Berichte aus der Abteilung

Abteilungsversammlung 2009
30 Jahre Herzsport
Weihnachtsfeier 2008

Interview mit Otto Karrer
Besuch bei Einhard in Seligenstadt 2008
Abteilungsversammlung 2007
Grillwanderung 2007
Herzsport trifft Dinkel 2006
Rund um Obernburg 2006

Ingbert Frankenberger ist neuer Abteilungsleiter
Kurt Reis zum Stellvertreter wiedergewählt

Im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung 2009, die am 6. November in den Obernburger „Salztrögstuben“ stattfand, stand die Neuwahl der Abteilungsleitung. Und da war ein Führungswechsel angesagt. Heidi Weber, die seit 2005 die Abteilung anführte, hatte nämlich schon vor Wochen erklärt, dass sie für dieses Amt nicht mehr zur Verfügung stehe, weshalb das Thema auch schon bei der letzten Vorstandsitzung der Herzsportler beraten wurde. Und hier erklärte Ingbert Frankenberger, seit vier Jahren Beisitzer im Führungsteam, dass er zur Kandidatur bereit sei. So vorgeklärt vollzog sich denn auch der Wechsel in der Abteilungsleitung reibungslos. Per Akklamation votierte die Versammlung für Frankenberger. Zu dessen Stellvertreter wurde Kurt Reis wiedergewählt, der diese Funktion seither schon bei Heidi Weber inne hatte. Und Karl Robert Leibmann bleibt wie bisher Schriftführer. Das Amt des Kassenverwalters wird weiterhin Dietmar Steger ausüben. Im Kreis der Beisitzer behält Barbara Tikart ihren Platz; als neue Beisitzer rücken Irmgard Aulbach, Siegbert Koch und Helmut Weyland in das Leitungsteam auf. Zu Kassenprüfern bestimmte die Versammlung Jürgen Scheibner und Elmar Scheuring.

Nach der Wahl bescheinigte Ingbert Frankenberger zunächst Dr. Dieter Meesmann, dass er die Wahlhandlung korrekt und nahezu professionell geleitet habe. Den Herzsportlern dankte er für das Vertrauen, das man mit der Wahl in ihn setze. Prinzipiell – so Frankenberger - sei er froh, dass der Herzsport beim TV „Elsava“ mit dem heutigen Tag wieder zu einer gewissen Normalität zurückkehre. Er habe in den letzten fünf Jahren immer bedauert, dass nicht einer der Herzsportler an der Abteilungsspitze stehe, sondern erst Dr. Huy als betreuender Arzt, dann Heidi Weber als Übungsleiterin. Diese Situation habe 2004 das unplanmäßige Ausscheiden des damaligen Abteilungsleiters Hans Reichart bewirkt, der seinerzeit plötzlich und unerwartet in eine andere deutsche Region verzogen sei. Und für eine schnelle Nachfolge habe niemand aus dem Kreis der Herzsportler zur Verfügung gestanden. Deshalb müssten alle, die damals bereits Vereinsmitglied waren, so wie er auch selbst, zur Situation der letzten fünf Jahre mea culpa sagen. Frankenberger erinnerte daran, dass man damals Dr. Huy so lange bedrängt habe, bis von ihm ein Ja zur Übernahme der Leitung gekommen sei. Und man sei froh gewesen, damit das Problem gelöst zu haben. Deshalb gelte es heute, sowohl Dr. Huy als auch Heidi Weber Hochachtung zu bekunden, dass sie in die Bresche gesprungen sind und eine Vakanz ausfüllten. Und ihm sei es wichtig festzustellen, dass die Zeiten mit Dr. Huy von 2004 – 2005 und mit Heidi Weber von 2005 bis heute sehr gut gelaufen sind. Er, der heute im Amt des Abteilungsleiters nachfolge, wolle dies gleich zu Beginn unmissverständlich und positiv wertend zum Ausdruck bringen. In den vier Jahren, die er schon in der Abteilungsleitung mitgearbeitet habe, sei Heidi Weber eine kompetente und engagierte Vorsitzende gewesen. Und dafür wolle er Heidi auch ganz persönlich danken. In diesen Dank gelte es aber auch das seitherige Team der Abteilungsleitung mit einzubeziehen, das anstehende Arbeiten stets aufgeteilt und sich darüber bestens untereinander ergänzt habe. Frankenberger sprach die Hoffnung aus, dass ihm die übrigen Mitglieder der Abteilungsleitung verzeihen, wenn er da neben Heidi Weber namentlich noch Kurt Reis, Karl Robert Leibmann und den heute aus dem Team ausgeschiedenen Otto Aulbach nenne. Dass solch gutes Einvernehmen auch in der neuen Besetzung so bleibe, sei sein Wunsch. Und zu guter Letzt gab es Blumen. Der neue Abteilungsleiter überreichte seiner Vorgängerin einen bunten Strauß als Dank für die von ihr während der letzten vier Jahre geleistete Führungsarbeit.

In ihrem Jahresbericht hatte zuvor Heidi Weber die Höhepunkte und die Entwicklung der Herzsportabteilung im Jahre 2009 Revue passieren lassen. Sie machte dabei insbesondere auf die 30-Jahr-Feier am 2. Mai im Clubzimmer der Turnhalle aufmerksam, verwies auf den Ausflug der Herzsportler am 27. Mai nach Bad Nauheim, die obligatorische Grill-Wanderung rund um Sulzbach am 11. Juli und die erst am 9. Oktober erfolgte Wanderung von Hobbach nach Heimbuchenthal, bei der man im Fahrradmuseum viel Spaß gehabt habe.

Beim Totengedenken erinnerten sich die Versammlungsteilnehmer an die im Jahre 2009 verstorbenen Edmund Krott und Barbara Jux.

Die derzeitige Mitgliederzahl benannte Heidi Weber mit 132 Herzsportlern, 8 mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Die Zahl der Aktiven – derjenigen, die mindestens einmal an den Übungsabenden teilgenommen haben – liege mit 101 um 11 höher als im Vorjahr. 55 % aller aktiven Teilnehmer sei von ihrer Krankenkasse die Kostenübernahme bewilligt.

Den Abend beendete eine PowerPoint-Präsentation der von Ingbert Frankenberger im Laufe des Jahres bei Veranstaltungen der Herzsportabteilung aufgenommenen Bilder.

 

30 Jahre Herzsport beim TV „Elsava“ Elsenfeld


Unter diesem Motto stand die Jubiläumsfahrt, die die Herzsportler zusammen mit ihren Übungsleitern am Mittwoch nach Bad Nauheim unternommen haben. Im Mittelpunkt des Besuches stand dort eine Führung durch die alten Badehäuser, die zwischen 1905 und 1912 im reinsten Jugendstil errichtet worden sind. Überrascht waren die Herzsportler von der Exklusivität, mit der die 386 Badezellen in den sechs durch Arkaden zusammengefassten Badehäusern ausgestattet waren. Stark beeindruckt war man von den Wannen aus australischem Moa-Hartholz, von den dekorativ modern anmuteten Fliesen auf Wänden und Böden und den weißen Schleiflackmöbeln, denen heute noch anzusehen ist, dass sie von Meisterhand geschaffen wurden. Gut gefielen auch die üppig ornamentierten Wartesäle und Schmuckhöfe, die jedem der Badehäuser angegliedert sind. Am Brunnen des „Strudelhofes“ versammelten sich die Herzsportler zum Erinnerungsfoto, bevor der Weg durch ein Stück Kurpark zum Gasthaus „Krone“ führte, dem ältesten Gasthaus Bad Nauheims, das durch sein rustikales, aber auch sehr gepflegtes Ambiente, den Rahmen für einen schönen Tagesabschluss gab.


14. Dezember 2008:
Otto Karrer als Übungsleiter verabschiedet
Stimmungsvolle Weihnachtsfeier der Herzsportler im „Glashaus“ Kleinwallstadt

Von links: Christiane Helmstetter-Schaubhut, Otto Karrer, Anne Maar, Heidi Weber, Edelgard Maatsch

Alle Jahre wieder….
kommt nicht nur das Christuskind, sondern auch die vorweihnachtliche Zeit, in der die Vereine und Organisationen, die etwas auf sich halten, ihre Mitglieder zu einer stimmungsvollen Feier einladen. So geschehen auch bei der Herzsportabteilung des TV „Elsava“. Und diesmal, so urteilten viele der Besucher, bevor sie sich in abendlicher Stunde auf den Heimweg machten, war der Ort der Veranstaltung besonders gut gewählt: Das „Glashaus“ im Kleinwallstädter Industriegebiet!

Nach den Anmeldungen konnte die Abteilungsleitung mit ca. 80 Besuchern rechnen, gekommen sind ca. 120! Und deshalb waren Tische und Stühle nachzurüsten, was nicht nötig gewesen wäre, hätten alle, die kamen, sich auch in die lange vorher ausgelegten Teilnehmerlisten eingetragen. Ein Grund, für zukünftige Gemeinschaftsveranstaltungen etwas mehr Gewissenhaftigkeit anzumahnen!

Der Nachmittag startete um14.00 Uhr mit Kaffee und Kuchen. Vielen Herzsportlern und ihren Familien gebührt ein Dank für die breite Angebotspalette, die da der Kuchentisch bot – da wurde zuhause eifrig gebacken und mildtätig spendiert.

Zwei Zitherspielerinnen und ein Gitarrist untermalten mit Musik, wie man sie sich für einen solchen Anlass wünscht. Sie begleiteten später auch die Lieder, die im Programmverlauf gesungen wurden. Und da zeigten alle Herzsportlerinnen und Herzsportler, dass sie noch gut bei Stimme sind. Es waren ja auch Gesangsstücke, die man seit Kindesbeinen kennt, so die Lieder vom blattgrünen Tannenbaum, von den süssklingenden Glocken und – zeitlich eigentlich ein bisschen zu früh – von der stillen, der heiligen Nacht.

Die Abteilungschefin Heidi Weber begrüßte die Versammlung, Kurt Reis führte durch das Programm.

Pater Anselm Ehmele, selbst aktiver Herzsportler der Dienstagsgruppe, beleuchtete das Weihnachtsgeschehen. Als „lebendige Worte“ bezeichnete er die Vision des Propheten Jesaja, die Paradies, Frieden und Gerechtigkeit verheiße. Sie sei die Grundbotschaft des Advents, in welche die persönliche weihnachtliche Erwartung eindringen könne. Und wo dies geschehe lasse sie Familien gestärkt zurück, wenn nach den Festtagen die Realität des Alltags wieder Oberhand gewinne. Der Advent sei aber auch die Zeit, die der Vertiefung in die menschliche Endlichkeit diene und die den Blick auf das Licht öffne, das zu Weihnachten aufleuchte und dazu auffordere, dem in Bethlehem geborenen Kind zu folgen.

Dr. Dieter Meesmann rief in seinem Grußwort dazu auf, in dem festlichen Rahmen, in dem man sich versammelt habe, auch der Gründer der Herzsportgruppe und ganz besonders deren verstorbenen Abteilungsleitern zu gedenken, die sich ausnahmslos sehr um die Gesundheit der Mitglieder gesorgt hätten. Gesundheit sei nicht käuflich! Gesundheit entspringe aktivem Tun, das allerdings auch Vertrauen voraussetze - Vertrauen zu sich selbst, zur eigenen Familie und zur Familie der Herzsportler.

Mit Geschichten und Gedichten rund um Weihnachten erfreuten Kurt Reis, Leonore Funke, Ilse Platz und Kevin, der Enkel von Anne Maar, die Besucher.

Und dann ein Höhepunkt der Veranstaltung: Das Dankeschön an den über den Jahresverlauf die Übungsstunden betreuenden Arzt Dr. Huy und die Übungsleiter, wobei da diesmal Otto Karrer ganz im Focus stand. Und Heidi Weber machte in ihrer Laudatio auch gleich deutlich, dass man mit Otto Karrer ein „Urgestein“ der Herzsportabteilung zu verabschieden habe. Otto trete nach nahezu 30 Jahren auf eigenen Wunsch als Übungsleiter zurück. 1979, als vom Turnverein Elsenfeld als erstem Verein im Landkreis – als sechster in ganz Bayern – eine Herzsportabteilung ins Leben gerufen worden sei, habe Otto Karrer gleich als Übungsleiter zur Verfügung gestanden. Ein Jahr zuvor sei von ihm schon die speziell dafür abverlangte Ausbildung absolviert worden. Und die Übungsanleitung einer Gruppe habe von Otto Karrer schon ein Umdenken eingefordert. Er habe sich nämlich vom leistungsorientierten Wettkämpfer – mit beispielsweise dem Deutschen Meistertitel im gemischten Zwölfkampf – zum individuell betreuenden leistungsbedachten „Gesundheitsführer“ wandeln müssen. Doch Otto habe schnell erreicht, mit gestaffelten Übungen und umfassender Gymnastik seine Gruppe zu begeistern und sie mit flotten, humorvollen Sprüchen mitzureißen. Menschliche Nähe und die Anteilnahme am individuellen Schicksal „seiner Herzsportler“ sei dann über die volle Zeit Ottos besonders Markenzeichen gewesen. Heidi Webers Resümee: Dank an Otto für alles, Gesundheit und gute Jahre für die Zukunft! Dazu als Abschiedspräsent Wein und ein großes, rotes, in Herzform gestaltetes Ruhekissen, auf dem sich „Otto nun ausruhen dürfe“. Die Herzsportler dankten Otto Karrer mit lang anhaltendem Applaus.

Otto Karrer fiel die Entscheidung, seine Übungsleitung aufzugeben, nicht leicht. Das merkte man ihm an, als er in Dankesworten die Zeit in den Herzsportgruppen Revue passieren ließ. „Einige hundert Herzsportler“ seien es gewesen, die er über nahezu drei Jahrzehnte zum sportlichen Tun angeleitet habe. Ihn freue es, dass er unter den Besuchern heute auch einige Gesichter sehe, die schon längst nicht mehr aktiv seien und trotzdem den Weg ins „Glashaus“ gefunden hätten, um an seiner Verabschiedung als Übungsleiter teilzunehmen. Das zeige, dass das Verhältnis „zu seinen Leuten“ immer bestens gewesen sein müsse. Es sei wohl auch anerkannt, dass es ihm bei seinen Übungsanleitungen immer darum gegangen sei, Hilfen anzubieten, die geschädigte Herzen oder Koronarsysteme zu stabilisieren vermochten. Und es sei auch nicht ausgeblieben, dass ihm über die 30 Jahre hinweg in der Herzsportgruppe Freundschafen zugewachsen seien, die ihn dankbar stimmen würden. Nicht vergessen wolle er, dass ihm auch von der TV-Geschäftsstelle und den jeweiligen Herzsport-Abteilungsleitern stets sehr bereitwillig und tatkräftig Unterstützung zugeflossen sei, wenn er solche gebraucht habe. Gut 770 Mal sei er zur Turnhalle des Hermann-Staudinger-Gymnasiums gefahren, mehr als 1500 Übungsstunden habe er in Erlenbach absolviert. Nun sei er in einem Alter, in dem die Zeit zum Abschied gekommen sei, weshalb er sein Amt als Übungsleiter in jüngere Hände lege. Dazu ein fester Händedruck mit Heidi Weber, die als Übungsleiterin Ottos bisherige Gruppe weiterführen wird.

Danach noch Abendessen, gute Gespräche und individuell von Herzsportler zu Herzsportler beste Wünsche zu den Weihnachtstagen und zum Jahreswechsel.


Otto Karrer


leitete fast 30 Jahre lang eine der – heute – vier Herzsport-gruppen des TV „Elsava“. Am 14. Dezember 2008 hat ihn die Abteilungsleitung im Rahmen der Weihnachtsfeier im „Glashaus“ Kleinwallstadt als Übungsleiter verabschiedet. Zwei Tage später führte er, wie bis dahin immer dienstags abends, in der Gymnasiums-Turnhalle Erlenbach „seine Gruppe“ durch die letzten Übungseinheiten.

Ingbert Frankenberger, Mitglied der Abteilungsleitung „Herzsport“ befragte Otto Karrer zu seiner Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft.

Lieber Otto, Ehre, wem Ehre gebührt! Ich denke, der lang anhaltende Applaus, mit dem Dich die etwa 120 Herzsportlerinnen und Herzsportler sowie deren Angehörige im „Glashaus“ nach der Laudatio von Heidi Weber und nach Deinen Dankesworten bedacht haben, hatte seinen Grund. Es war ganz einfach der Ausdruck hoher Anerkennung für Deine Leistung und Dein Engagement für uns Herzsportler. Das siehst Du doch sicher auch so?

Ja und ich habe mich über diese Anerkennung auch sehr gefreut.

Zwei Tage später hast Du in der Turnhalle Abschied von „Deinen Leuten“ genommen. Gab es da einen rationalen Schnitt oder waren Emotionen im Spiel?

Nach einem verkürzten Übungsprogramm habe ich meine Zeit als Übungsleiter Revue passieren lassen und mich für das Vertrauen bedankt, das mir über all die Jahre hin-weg entgegengebracht worden ist. Ich habe dann auch der guten Gruppendisziplin Anerkennung gezollt, die den Ablauf der Übungsabende doch sehr erleichtert hat. Als gläubiger Mensch war es mir wichtig, in den Dank auch meinen Schöpfer mit einzu-beziehen. Er hat seine Hände schützend über uns gehalten, so dass wir über die drei Jahrzehnte hinweg von allem Negativen verschont geblieben sind. Als danach vom Kassettenrecorder das „It´s time to say goodbye“ ertönte und mir die Damen meiner Gruppe Rosen überreichten, lief es mir doch eiskalt über den Rücken. Ich war sehr ergriffen und schämte mich auch meiner Tränen nicht. „Meine Leute“ gestalteten die Dankbarkeit in einer Art und Weise, wie ich das zuvor noch nicht erlebt hatte.

Rückblende in das Jahr 1979: Der TV „Elsava“ gründete als erster Sportverein im Landkreis eine Herzsportgruppe und berief Dich zu deren Übungsleiter. Warum gerade Otto Karrer?

Helmut Klug, der Ehrenvorsitzende des TV „Elsava“ hat mich 1978 angerufen und gefragt, ob ich bereit wäre, die Übungsleitung einer im Gespräch stehenden Herz-sportgruppe zu übernehmen. Ich sei, so Klug, ein sportlicher Allrounder, dem er zu-traue, diese Aufgabe bestens zu erfüllen. Nachdem ich von Klug erfahren hatte, dass er in der Sache auch mit Dr. Dieter Meesmann in Verbindung steht und dieser bereits zugesagt hat, dass auch er sich offensiv um die Bildung einer solchen Gruppe müht, habe ich meine Bereitschaft erklärt. Nun stand eine spezielle Ausbildung an. Zwei Wochenende verbrachte ich in Höhenried am Starnberger See, wo von Prof. Max Hallhuber geschult wurde. Hallhuber war Pionier in Sachen Konorarsport und insoweit unbestritten „erste Adresse“. Im November 1978 legte ich dann die Prüfung ab, so dass meinem Einstieg in die Übungsleitung im Mai 1979, als sich die erste Gruppe bildete, nichts entgegenstand.

Der Name „Karrer“ war sogar mir vor 30 Jahren ein Begriff. Obwohl ich selbst sportlichem Tun noch nie besonders nahe stand, wusste ich von zwei Brüdern in Großwallstadt, die seinerzeit schon eine ganze Reihe großer sportlicher Erfolge verbucht hatten. Lieber Otto, sage uns mal, was da so alles war.

Mein sieben Jahre jüngerer Bruder Josef und ich haben uns schon in jungen Jahren dem Sport verschrieben. Bei mir war es mehr die Turnerei und die Leichtathletik, bei Josef zumindest später mehr der Handball. Im Jahr 1960 war der TV Großwallstadt, für den wir beide starteten, der erfolgreichste Verein im Deutschen Turnerbund. Er stellte mit meinem Bruder und mir nämlich zwei Deutsche Meister: Josef wurde Deutscher Juniorenmeister im Leichtathletik-Sechskampf, ich selbst Deutscher Meister bei den Aktiven im Turnerischen Mehrkampf, bei dem damals fünf Geräteübungen im Turnen und fünf leichtathletische Übungen zu absolvieren waren. Josef, der 1961 dann auch bei den Aktiven Deutscher Meister im Leichtathletik-Sechskampf wurde, war im Jahre 1960 erstmals auch in die Feldhandball-Nationalmannschaft berufen worden. Und in ihr war er über lange Jahre aktiv. 1966 gehörte Josef der Mannschaft an, die Weltmeister im Feldhandball wurde; 1972 war er Mitglied im Hallenhandball-Olympiakader. Ich selbst spielte bereits mit 19 Jahren Handball in der Bayernauswahl. Später folgten Einsätze in der Hessenauswahl und in der Auswahl Süd-West. Mit der Mannschaft des TVG Großwallstadt errang ich 1967 die Deutsche Vizemeisterschaft. Meine turnerische Karriere begann mit Gauturnfestsiegen im Mehrkampf – zehn Mal stand ich da auf oberstem Podest. 1956 gelang mir der Landesturnfestsieg im Zwölfkampf, 1961 noch ein weiteres Mal. Im selben Jahr wurde ich zum „Gauturnfest-Ehrensieger“ ernannt. Wenn ich zurückdenke erinnere ich mich noch an die Sylvesternacht 1949/50, als ich im Kreis meiner Handballkameraden prophezeite, dass ich einmal „den TV Großwallstadt bekannt machen würde“. Und schon 1951 wurde mein Verein dann tatsächlich erstmals im Radio erwähnt. Der Anlass: Meine Teilnahme an der ersten Deutschen Juniorenmeisterschaft im Zwölfkampf. Nach den fünf Leichtathletikübungen lag ich damals auf Rang 3, ein Ergebnis, das für den Rundfunk meldewürdig war. Nicht jedoch dann der spätere 15. Rang, den ich einnahm, als auch die sieben turnerischen Geräteübungen absolviert waren. An Deutschen Meisterschaften habe ich von 1951 – 1962 teilgenommen. Und stetig ging es dabei aufwärts. Nach dem 3. Platz im Bereich „Aktive“ bei der Deutschen Meisterschaft im Turnerischen Mehrkampf 1956 errang ich 1959 den 2. Platz und wie schon gesagt 1960 das oberste Podest.

Hast Du bei Dir zuhause eigentlich ein eigenes Zimmer für Pokale, Urkunden und Lorbeerkränze?

Pokale gab es in den fünfziger und sechziger Jahren noch nicht. Die Urkunden von damals füllen zusammen mit Presseberichten und Glückwunschschreiben sechs Ordner, die ich gut verwahre. Die Lorbeerkränze verwelkten schnell und sind nach einigen Jahren den Weg alles Irdischen gegangen. Lediglich der Kranz der Deutschen Meisterschaft 1960 ist zusammen mit der Urkunde, die der damalige Bundespräsident Heinrich Lübke unterzeichnet hat, gerahmt und unter Glas konserviert.

Deine großen Erfolge konntest Du nur als egoistisch denkender Einzelkämpfer erzielen; dazu braucht man eine solche Einstellung! Du musstest also radikal umdenken, als Dir die Leitung der ersten Herzsportgruppe übertragen worden ist. Denn jetzt war Verantwortung und Fürsorge für Andere abverlangt, für Personen mit gesundheitlichen Blessuren. Ein hochkarätiges Sportprogramm durftest Du ihnen nicht anbieten – war da auch von Otto Karrer Demut eingefordert?

Ein „radikales“ Umdenken war nicht nötig, weil ich 1979 schon einen größeren Abstand zu meiner sportlichen Glanzzeit hatte. Da musste also kein persönlicher Ehrgeiz mehr befriedigt werden. Wichtig erschien mir, dass gleich am ersten Übungsabend ein Funke von mir auf die Gruppe und von der Gruppe zu mir überspringt. Die Gruppe war gespannt auf den Herrn Karrer, von dessen sportlichem Werdegang man wusste. Und als ich kam war diese Spannung auch zu spüren. Ich bot gleich das „Du“ an und begab mich damit auf die Stufe, auf der die mir anvertrauten Herzsportler der ersten Stunde standen. Das Eis war gebrochen und Vertrauen hergestellt.

Du bist jetzt 76 Jahre alt, was man Dir nicht ansieht. Was machst Du eigentlich, um Dich so jung und gesund zu halten?

Je mehr ich mich vom Leistungssport entfernte um so mehr habe ich mit Gymnasik ausgeglichen. Das zu tun hat mir einmal Prof. Hallhuber in einem Vieraugengespräch empfohlen. Zur Zeit widme ich noch jeden Morgen 15 - 20 Minuten gymnastischen Übungen. Mindestens drei Mal wöchentlich übe ich mich zudem im strammen Gehen, was man heutzutage in modernem Deutsch „Nordic Walking“ nennt. Und dann erfreue ich mich noch an Schnee – erst vor wenigen Wochen war ich wieder in Österreich beim Langlauf.

Ein Letztes: Was treibst Du jetzt eigentlich dienstags abends?

Da gibt es kein festgefügtes Ersatzprogramm. Ich bin an diesem Abend jetzt frei und kann tun, wozu ich gerade Lust habe. Ich verhehle allerdings nicht, dass ich schon einige Male zu dieser Zeit gedacht habe, „was meine Gruppe jetzt wohl gerade macht“.

Hab Dank, lieber Otto, für das Gespräch. Ich hoffe, Du bleibst unseren Herzsportgruppen verbunden und lässt Dich immer mal wieder sehen, wenn wir uns außerhalb der Übungsstunden zu Gemeinschaftsveranstaltungen treffen.



Kultur und Geselligkeit bei den Herzsportlern
Besuch bei Einhard in Seligenstadt




Aufmerksame Zuhörer fand die Seligenstädter Stadtführerin am Mittwoch, 11. Juni, als die Herzsportler des TV „Elsava“ sich von ihr mit den highligts der „Einhardstadt“ vertraut machen ließen. Nach der Begrüßung durch die Abteilungsleiterin Heidi Weber hatte Ingbert Frankenberger schon im Bus über den Kloster- und Stadtgründer Einhard vorinformiert. Er machte dabei deutlich, dass Seligenstadt, das früher Mulinheim hieß, für Einhard, den Gelehrten am Hofe von Kaiser Karl dem Großen, eigentlich „zweite Wahl“ gewesen sei. Seine erste Basilika, ein Kloster sollte auch hier beigestellt werden, habe er nämlich in Michelinstadt, heute Michelstadt-Steinbach, gebaut. Und die zur Kirchenweihe nötigen, im 9. Jahrhundert sehr hoch im Wert stehenden Reliquien – der unter dem römischen Kaiser Diokletian ums Leben gekommenen Märtyrer Petrus und Marcellinus – seien von seinen Beauftragten auf recht abenteuerliche Weise in Rom aus einer Kirchengruft „besorgt“ worden. Ein Traum – in dem die beiden Heiligen Einhard erschienen sind und ihm dabei erklärten, dass die Kirche zu klein und ihrer Bedeutung nicht angemessen sei – habe dann dazu geführt, dass Einhard die Reliquien in sein zweites Besitztum Mulinheim bringen und für sie dort eine größere Basilika mit Kloster bauen ließ. In diesem Kloster habe Einhard mit seiner Frau Imma dann auch den Lebensabend verbracht, die „Einhardsbasilika“ von Seligenstadt sei zu ihrer Grablege geworden.

Bei der Stadtführung besahen die Herzsportler Sarkophag und Reliquienschrein in der Basilika (Foto), schlenderten durch den Klostergarten mit dem nach altem Vorbild rekonstruierten Apothekergärtlein und bestaunten das Einhardshaus, inmitten vieler weiterer Fachwerkhäuser am Marktplatz gelegen. Die Kaffeetafel war unter der prächtigen Stuckdecke des ehemaligen klösterlichen Refektoriums im Konventbau gerichtet, dort wo sich über Jahrhunderte hinweg die Mönche zu ihren Mahlzeiten trafen. Mit dem Abendessen im „Bayerischen Hof“ von Großwallstadt endete ein interessanter Tag, der die Herzsportler des Vereins auch wieder mit einem Stück Kultur unserer damit reich gesegneten Region vertraut gemacht hat.

Leitungsteam für zwei weitere Jahre bestätigt!
Herzsportler mit ihrer Abteilungsleitung zufrieden!

Das wichtigste Ergebnis der am Freitag, 9. November 2007, in Obernburgs „Salztrög-stuben“ stattgefundenen Jahreshauptversammlung vorweg: Es gibt keinen Wechsel in der Abteilungsleitung! Alle bisherigen Mitglieder wurden für zwei weitere Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Heidi Weber bleibt in der Führungs-, Kurt Reis in der Stell-vertreter-Position. Um die Finanzen kümmert sich weiterhin Dietmar Steger, um die Schriftführung Karl Robert Leibmann. Das Vorstandsteam ergänzen die Beisitzer Otto Aulbach, Ingbert Frankenberger, Manfred Hammer und Barbara Tikart, die alle auch schon in den beiden letzten Jahren entsprechend tätig waren. Und auch bei der Vertretung der Übungsleiter in der Abteilungsführung keine Änderung: Anne Maar bleibt hier das Bindeglied. Die nach erfolgter Entlastung bekundete Bereitschaft aller bisherigen Funktionäre, in jeweiliger Position weiterzumachen, bescherte dem Wahl-vorstand in der Besetzung Dr. Dieter Meesmann (Vorsitzender), Otto Karrer und Heinrich Oberle ein leichtes Amt. Auf Stimmzettel konnte verzichtet werden; die neue Bestätigung erfolgte jeweils ohne Gegenstimme per Akklamation. Der Vorschlag von Dr. Meesmann, ergänzend auch gleich zwei Kassenprüfer zu bestimmen, wurde gutgeheißen. Aus der Versammlung wurden dafür Jürgen Scheibner und Elmar Scheuring benannt; sie nahmen die Wahl an.

Ein ehrendes Gedenken widmete die Versammlung den 2007 verstorbenen Mitglie-dern Guido Kroll, Erich Bauer, Rolf Lasseur und Hans Echl. In ihrem Jahresbericht benannte Heidi Weber danach die aktuelle Mitgliederzahl der Herzsportgruppen mit 123 Personen. Die Übungsabende würden montags von durchschnittlich 27,9 Teil-nehmern, dienstags von durchschnittlich 27,6 Teilnehmern besucht. 92 Personen werte man als „aktiv“, was heiße, dass sie mindestens einmal im laufenden Jahr an einem Übungsabend teilgenommen hätten. Bei 54 der Herzsportler übernehme die Krankenkasse die Kosten der Sportabende. Insgesamt stünden ein Übungsleiter und vier Übungsleiterinnen im Einsatz; sie hätten allesamt auch im laufenden Jahr wieder an Fortbildungsveranstaltungen teilgenommen. Die Abteilungsleitung habe sich 2007 dreimal zu Sitzungen getroffen.

Heidi Weber erinnerte in ihrem Bericht auch an Aktionen der Herzsportgruppe nach bzw. außerhalb der Übungsabende. So habe man Vorträge angeboten, sich aber auch anlässlich eines Seminars der Deutschen Herzstiftung in Erlenbachs Franken-halle und über einen Info-Stand beim Gesundheitstag im Bürgerzentrum Elsenfeld der Öffentlichkeit präsentiert. Der Kontaktpflege untereinander diene der einmal je Monat angesagte Gaststättenbesuch im Anschluss an eine Übungsstunde. Drei Wanderungen hätten großes Interesse gefunden. Im April sei man von Elsenfeld zur „Obergass´“ nach Kleinwallstadt gelaufen. Im Juli habe man eine größere Runde in der Gemarkung Sulzbach gedreht, bevor man sich schon ganz traditionsgemäß am Grillplatz mit einem herzhaften Mittagessen sowie mit Kaffe und Kuchen habe ver-wöhnen lassen. Im September sei man von Volkersbrunn zum Heimathenhof ge-laufen. Der vorjährige Adventsnachmittag habe in der Vereinsgaststätte des TV in Elsenfeld stattgefunden. Auch heuer seien wieder alle Herzsportler mit ihren Ange-hörigen zu einer Adventsfeier eingeladen, wobei am Sonntag, 16. Dezember, um 17.00 Uhr das „Haus des Gastes“ in Klingenberg der Veranstaltungsort sei.

Heidi Weber teilte danach der Versammlung mit, dass man neuerdings offiziell nicht mehr von Herzsportgruppen spreche, sondern den Begriff „Herzgruppen“ verwende. Darüber soll zum Ausdruck kommen, dass die Gruppenarbeit sich zukünftig ein ganz-heitliches Konzept zu eigen mache, bei dem der Sport zwar noch im Vordergrund stehe, aber auch Techniken zur Stressbewältigung und Informationen zur Ernährung und zum Genussverhalten einen höheren Stellenwert bekämen. Dr. Dieter Mees-mann bekräftigte diese Aussage aus ärztlicher Sicht. Es gelte jetzt bei der Gruppen-arbeit den Blick nicht nur auf das erkrankte Herz zu richten, sondern auch auf das seelische Wohlbefinden zu lenken. Und da bestehe bislang ein Nachholbedarf. In einer erst neu veröffentlichten Studie, die die Ergebnisse aus der Beobachtung von Herzsportlern über 7 Jahre hinweg zusammenfasse, sei ausgewiesen, dass trotz Behandlung ein hoher Prozentsatz noch an Bluthochdruck bzw. Diabetes leide, jeder Dritte Übergewicht habe und jeder Fünfte weiter zur Zigarette greife. Und das zeige, dass die Notwendigkeit, den Lebensstil zu verändern, bei vielen Betroffenen noch nicht angekommen sei. Er könne nur dafür plädieren, Herzerkrankungen ernst zu nehmen und sie nicht zu verniedlichen. Es gelte ganz einfach, präventiv die Re-infarktgefahr niedrig zu halten.

Otto Karrer monierte, dass die Ärzte der Region zu wenig auf die Herzsportangebote aufmerksam machen. Er meine, dass deshalb auch die Teilnahme am Herzsport rückläufig sei. Es gebe eine große Zahl von Herzgeschädigten, die nichts tun, weil ihnen der Arzt wahrscheinlich keine entsprechende Empfehlung gebe. Heidi Weber erklärt, dass sie das Thema bei der nächsten Sitzung der Abteilungsleitung zur Debatte stellen werde. Sie möchte darüber einen Weg finden, über den man die Ärzte stärker und wirkungsvoller in die Präventionsarbeit einbindet.
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„Grillwanderung 2007“ der Herzsportler

Beobachtungen von Ingbert Frankenberger

Wie bei fast allen Freiluft-Events des Sommers 2007 stellte sich am Samstag, 21. Juli, auch den Herzsportlern die bange Frage, ob wohl das Wetter mitspielen und die angesagte Wanderung mit anschließender Grill-Fete trocken bleiben wird. Es klang gut, als um 8.00 Uhr morgens der HR 3 für Südhessen blauen Himmel versprach. Der erste Blick durch das Fenster dämpfte jedoch die Erwartungen: Wolkenverhangen präsentierte sich der Blick nach oben. Mein Gedanke: Auf Südhessen ist wohl wenig Verlass, wir san halt doch die Bayern!

Trotzdem sind es gut 50 Personen, die um 10.00 Uhr am Parkplatz der Sulzbacher Grillhütte in die Wanderung einsteigen. Nach der Begrüßung durch unsere 1. Vorsitzende Heidi Weber, die sich anschließend gut bei Fuß zeigt, ist Manfred Hammer gefragt. Er gibt die Strecke vor, führt zunächst durch den Wald, vorbei an den Tennisplätzen des Sulzbacher Clubs, in Sicht die Vereinsanlage der Geflügelzüchter. Jogger sind unterwegs – sie erinnern uns an die Zeit, in der auch wir einmal schneller waren. Noch auf unserem Weg: Viele Autos! Wenn uns das auch missfällt - ihre Insassen haben das gute Recht, die diversen Vereinseinrichtungen oder aber die Sulzbacher Deponie, die in der Nähe liegt, anzufahren. Da ist bei uns Wanderern ganz einfach Toleranz gefragt. Ich denke mir dabei auch, dass der Markt Sulzbach sicher nicht zuletzt im Hinblick auf die Vermeidung von Konflikten seine Vereine in dieser Außenlage mit der Flächennutzungsplanung und den individuell daraus ableitenden Gestaltungsmöglichkeiten gut bedient hat.

Aus dem Wald in die Flur wechselnd führt unser Weg an einer Reitanlage vorbei. In der geräumigen Halle erhalten Kinder gerade Reitunterricht; auf den die Halle umgebenden Wiesen grasen edle Pferde mit samtig glänzendem, zumeist braunem Fell. Ein schönes Bild! Die vielen Maisfelder am Wegesrand stehen gut im Ertrag. Aus den meisten Kolben hängen lange rotbraune „Haare“. Die wenigen Getreidefelder sind zum größten Teil bereits abgeerntet, ein erstes auch schon umgepflügt. Wir erreichen die obere Randlage der Sulzbacher Bebauung, wobei unser Blick zwei Häusern gilt, deren Eigentümer wohl ein Herz für große Tiere haben müssen. Elefant, Flusspferd und Löwen in respektabler Größe und offensichtlich qualitativ bestem Guss schmücken hier nämlich Vorgärten und Torpfosten.

Wir schließen den Kreis und kehren zum Grillplatz zurück, wo eine fleißige Crew schon darauf wartet, uns mit einer großen Auswahl an Speisen und Getränken zu erfreuen. Unter der Leitung von Otto und Irmgard Aulbach sowie Manfred Hammer waren bei der Vorbereitung und sind jetzt auch aktuell im Service Johann und Maria Bauer, Alexander Büttner, Nicole Grüninger und Rita Kunkel tätig. Ihr jugendlicher Anhang serviert couragiert die Getränke und zeigt sich dabei auch recht kundig. So wird beispielsweise auf Anfrage der Unterschied zwischen Radler und Spezi erklärt. Das mehrere Meter lange Salatbüfett lässt keine Wünsche offen. An der Fleischtheke stehen Hackbällchen, diverse Arten von Steaks und Krustenbraten, aber auch Fränkische Bratwürste zur Auswahl. Es schmeckt offensichtlich! Später am Büfett: Fliegender Wechsel von den Salatschüsseln zu den Kuchenplatten. Auch hier ist die Auswahl überwältigend – die Palette reicht vom Käsekuchen bis hin zur Rumtorte. Und deren Platte ist am ersten leer. Auch die bereitstehenden Kaffeetassen haben eine vernünftige Größe.

Von unseren Übungsleiterinnen hat Anne Maar die Wanderung mitgemacht. Christiane Helmstetter-Schaubhut und ihr Mann treffen gegen 11.30 Uhr am Grillplatz ein, während Edelgard Maatsch exakt um 13.34 Uhr von ihrem Fahrrad steigt. Kompliment – sie ist auf ihrem Treter von Obernburg nach Sulzbach gekommen.

Beim Kaffee überrascht uns Heidi Weber mit der Ankündigung, dass man aktuell auch einem Geburtstagskind gratulieren könne. Ihr Vertreter in der Abteilungsleitung Kurt Reis begehe seinen 68. Geburtstag. Wir reichen uns die Hände und bilden einen Kreis; Kurt muss sich in die Mitte stellen. Vom Band erklingt das Lied „Ich wünsch´ Dir Zeit“ – die Texte sprechen für sich, es sind viele guten Wünsche für Kurts neues Lebensjahr. Werner Swoboda und Anneliese Österlein erfreuen das Geburtstagskind noch mit launischen Gedichten; von Werner erhält Kurt dazu „eine Flasche Nichts“.

Wohlgestärkt verlassen wir später die gastliche Stätte. Wir sind trocken geblieben, zumindest außen. Dass sich die Sonne rar gemacht hat, haben wir verschmerzt. Beim Abschied erinnern wir uns, dass nach nur noch einem Übungsabend die langen Sommerferien beginnen – die große Pause, bei welcher der eine oder andere unserer Herzsportler doch die Übungseinheiten im Kreis der Kameraden vermissen wird.

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Herzsport trifft Dinkel
Firmenbesichtigung bei Erbacher, Kleinheubach

Donnerstag, 5. Oktober 2006, 13.30 Uhr: Heidi Weber, die Frontfrau der TVE-Herzsportgruppen hatte eingeladen und viele Mitglieder, die meisten mit Partner, kamen nach Kleinheubach: Eine Betriebsbesichtigung des „Dinkelspezialisten“ Erbacher stand auf dem Programm. Und gleich vorweg: Bei exakt 3,950 to blieb der Zeiger der großen Firmenwaage stehen, auf der sich unsere Besuchergruppe vor dem Laborgebäude versammelte. Das Wiegemaß muss man allerdings brutto sehen, da ja Kleidung, Taschen, Schirme und all das, was sonst noch mitgeschleppt wurde, die Waage mitbelastete. Ein Mittel von 85,8 kg pro Person habe ich bei 46 Teilnehmern ausgerechnet – wohl noch tragbar, aber individuell sicher auch ein Anreiz, Maßnahmen zur Gewichtsreduzierung in Erwägung zu ziehen! Doch das nur nebenbei.

Die Betriebsbesichtigung bei Erbacher war sehr informativ. Frau Eva Maria Kötter, nach eigenem Bekunden für die Betreuung der Besuchergruppen zuständig, macht uns mit Dinkel, einem „sehr kostbaren Getreide“ vertraut. Wir erfahren, dass Dinkel zwar im Ertrag geringer ist als Weizen, dafür aber robuster und unempfindlich gegen Schädlinge und Pflanzenkrankheiten. Ihre Spelze bewirkt da den natürlichen Schutz! Während des Vortrags nicht zu übersehen das Plakat hinter dem Rücken von Frau Kötter, das suggeriert, dass „Dinkel, ein Gewinn für unser Leben“ sei. Und nachdem sich auch schon Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert in ähnlich gewinnender Art und Weise über Dinkel ausgelassen hat, heißt das für uns Menschen des 21. Jahrhunderts, dass auch wir jetzt fest daran zu glauben haben.

Frau Kötter erläutert auch die Firmengeschichte: 1941 gegründet, „wobei alles nur mit Mineralfutter für Tiere anfing“ wurde erst 1990 die Produktionspalette auf Dinkel-Spezialitäten für den menschlichen Verzehr ausgedehnt. Die Firmenphilosophie des noch komplett in der Hand der Gründerfamilie stehenden Unternehmens sei ausschließlich öko-geprägt, sehe an vorderster Stelle stets eine Verantwortung für die Umwelt und unterstelle alle Produktionsentscheidungen dem Grundsatz der „Nachhaltigkeit“. Auf dem sozialen Sektor habe die Familie eine Stiftung – die „Erbacher-Stiftung“ - gegründet, die inzwischen weltweit 40 Projekte mit dem Ziel fördere, einen Beitrag zur Verbesserung der Nahrungssituation in den ärmsten Ländern der Welt zu leisten. Und da gehe man gezielt Projekte an, die Menschen dazu befähigen, später einmal selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen.

Bei Erbacher arbeiten derzeit ca. 200 Mitarbeiter. Wir müssen uns damit begnügen, aus dem ersten Stock durch große Scheiben auf die Produktion im Parterre hinunterzuschauen. Wir wissen, dass wir es mit einem lebensmittelverarbeitenden Unternehmen zu tun haben, dem es gesetzlich untersagt ist, Besucher in den direkten Produktionsbereich einzulassen. Unten wirkt alles sehr sauber und irgendwie auch steril – die Arbeiter tragen weiße Kleidung und „Duschhauben“ auf dem Kopf. In das Labor, das Herzstück der Qualitätskontrolle, haben wir Zutritt. Bei unserem Besuch herrscht hier allerdings Ruhe – Aktivitäten sind nicht auszumachen! Interessant, was wir hier hören, breit die Palette, die hier „abgecheckt“ wird. Sie reicht von der Kontrolle der ankommenden Rohware bis zur qualitativen Sicherung aller eigenen Produkte, die den allerhöchsten Stellenwert einnimmt. Die Betriebsleitung erwartet aus dem Labor nur beste Ergebnisse und nur solche seien bisher bei Erbacher in der Produktion auch umgesetzt worden. Stolz zeigt man uns eine DLG-Urkunde, die bestätigt, dass Sachverständige der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft bei freiwilligen Kontrollen des Firmenlabors bisher ausnahmslos nur beste Prüfergebnisse bestätigen konnten. Ein Novum und deshalb auch für die Firma besonders wertvoll!

In der Kantine trinken wir Kaffee und Säfte und lassen uns dazu ein Müsli schmecken, das alternativ mit Obst oder Schokolade angeboten worden ist. Zum Knabbern stehen zudem noch andere Erbacher-Spezialitäten wie Schoko-Dinkel-Kugel und –wellen sowie knusprige Kekse und würzige Roasties – alle natürlich auf Dinkel-Basis produziert - auf den Tischen. Uns schmeckts! Wir lassen nichts davon übrig. Und gekauft wird auch in Mengen. Das „Erbacher-Gelb“ leuchtet aus vielen durchsichtigen Tragetaschen - es ist die Farbe des Nachmittags!

Wir verlassen die Kantine und die zuvor starke Bewölkung reißt mehr und mehr auf. Das Blau des Himmels nimmt zu und die Sonne lacht uns an. Und das macht Mut für mehr: Wir schlendern in Mainnähe den Blindengarten entlang und lernen an der Sandsteinstatue der hl. Odilia, einer im 7. Jahrhundert lebenden elsässischen Äbtissin, dass sie - da blind geboren und erst bei ihrer Taufe wunderbar geheilt - als „Augenpatronin“ gilt und deshalb auch mit einem Buch, auf dem zwei Augen liegen, dargestellt ist. Wir wandern weiter durch die Mainaue und den südlichen Teil des Fürstlichen Parks zur Schleuse. Der Main ist ruhig, kein Schiff ist zu sehen. Von der anderen Seite grüßt der Engelsberg. Unseren Beinen tut die Bewegung gut. Wir laufen den alten Weg zurück und kehren im „Parkhof“ zur Schlussrast ein. Ein gutes Vesper, zumeist begleitet von Bier oder Federweißer, schließt den Besuch in Kleinheubach ab.
Ingbert Frankenberger

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TVE-Herzsportler umwanderten Obernburg
Tagebuchaufzeichnung von Ingbert Frankenberger

Donnerstag, 27. April 2006: Den ganzen Morgen lasse ich das Radio laufen, um die stündlichen Nachrichten abzuhören. Es geht mir nicht darum zu wissen, ob irgendwo etwas die Welt bewegt, sondern ganz profan darum, was nachmittags an der Wetterfront zu erwarten ist. Es nieselt nämlich anhaltend und der Wetterbericht kann sich nicht entscheiden. Mal spricht er von anhaltenden Schauern, manchmal finden sie auch nur gelegentlich statt, mal ist gar von gelegentlichen Wolkenlücken die Rede. Positives Denken ist angesagt! Hoffnung darauf, dass der Niesel stoppt und der Nachmittag trocken bleibt.

Kurz vor 14.00 Uhr: Die Herzsportler treffen sich am Parkplatz nahe der St.Anna-Kapelle, Obernburgs kulturellem Kleinod. Es regnet immer noch und die Zahl der Schirme nimmt sichtlich zu. Ich staune, dass trotz des widrigen Wetters so viele unserer Sportkolleginnen und –kollegen, teils alleine, teils mit familiärem Anhang, den Weg hierher gefunden haben. Manche weichen dem Regen gleich aus und werfen einen Blick in die dachgeschützte Kapelle. Ich tue das auch, weil es mich reizt, den Ort, an dem ich als Kind Jahr für Jahr im Familienkreis die „Obernburger Nationalfeiertage“ (Annatag) erlebt habe, wieder einmal zu Gesicht zu bekommen. Ich bin überrascht, was die Renovierung vor ein paar Jahren bewirkt hat. Die Kapelle ist kaum wieder zu erkennen. Was doch ein bisschen Farbe bewirken kann. Auch die figürliche Ausstattung ist reicher geworden, ohne überladen zu wirken. Der Altar mit den 14 Nothelfern, der mich in der Kindheit immer wieder angezogen hat, ist mir auch heute stärkster Blickfang.

Trotz Regen zähle ich 37 Personen, die sich kurz nach 14.00 Uhr unter Leitung von Kurt Reis zum Gang rund um Obernburg aufmachen. Dass so viele auch bei Regen kommen, hätte ich nicht gedacht. Der Weg, den wir einschlagen, folgt zunächst dem ehemaligen Lauf des Mühlbaches, der heute unterirdisch in Rohre gelegt ist. Die „Besch“ wurde in den 80er Jahren nicht mehr gebraucht, früher war sie einmal für vieles gut: In ihr wurde noch Mitte des letzten Jahrhunderts die Wäsche vieler Haushalte gewaschen und den Kindern war sie ein Anziehungspunkt, da sich an und in ihr vieles treiben ließ. Die Aufsichtsdame im nahegelegenen Römermuseum schöpft Hoffnung auf einen großen Gruppenbesuch. Wir müssen sie aber enttäuschen. Sie sieht mit Bedauern die Karawane vorbeiziehen.

Am nördlichen Stadtrand folgen wir der Berufschulstraße aufwärts. Unsere Herzsportaktivistin Katharina Müller kommt zum kurzen Plausch an das Tor ihrer Gärtnerei; sie kann noch nicht mit, muss wahrscheinlich noch Blumen gießen. Aber zur Schlussrast in Vad´s Häcke wird sie kommen.

Von der Bergstraße wechseln wir auf den so genannten Franzosenweg. Er führt zunächst relativ steil aufwärts und war früher der Zugang zum Jahnhügel, wohl für alle Obernburger Kinder immer ein interessantes Spielgelände. An seinem Fuße stand dereinst die Festhalle, davor lag der Festplatz. Und auf dem Jahnhügel wurde immer das Feuerwerk abgebrannt, wenn unten das Apfelblütenfest seinem Ende zuging. Den Jahnhügel und die Festhalle gibt es nicht mehr – der Berg ist abgetragen, die Festhalle abgebrochen. Das Areal ist mit Wohnhausbauten ausgefüllt. Auch der Festplatz ist verschwunden; der anschwellende Verkehr hat eine Umnutzung zum Parkplatz eingefordert. Wir gehen den Franzosenweg am Hang in Richtung Süden weiter. Frisches Frühlingsgrün zu beiden Seiten. Sehr schön sind auch die Kreuzwegstationen gestaltet, die den Weg seit einigen Jahren zieren. Und der Blick hinab auf Obernburg ist noch genau so schön wie in den frühen 60er Jahren, als ich hier oben als Jüngling meine ersten Freundinnen spazieren führte. Lang lang ist´s her!

An der evangelischen Friedenskirche schwenken wir in Richtung Stadt ab. Das Eiscafe am Kreisel – neuerdings heißt er ja offiziell Wendelinusplatz - macht heute keine Geschäfte. Der Regen lässt alle Tische unbesetzt. Das Eis könnte alt werden, wenn die Wetterprognosen für die nächsten Tage stimmen. Aber das ist nicht unser Problem. Uns treibt es zu Vad´s Häcke, die dem früheren Kino gegenüber liegt. Unsere Herzsportlerin Maria Brunn hat es nun am besten; sie wohnt nur wenige Schritte entfernt und braucht deshalb auf Promille nicht zu achten. Der Ebbelwoi schmeckt, dazu werden im Verlaufe des späten Nachmittags je nach Gusto Kochkäse, Schupfnudeln, Bratwürste oder gegrillte Leiterchen verkonsumiert. Unsere Übungsleiterinnen Christiane Helmstetter und Anne Maar kommen und leisten uns Gesellschaft. Auch Dr. Huy, unser Arzt, findet den Weg nach Obernburg und lässt es sich zusammen mit Frau und Tochter bei uns gut gehen. Dass er sich die Zeit sogar am eigenen Geburtstag nimmt, erkennen wir dankbar an. Unser „Happy birthday“ hat einen guten Klang. Heidi Weber, die Abteilungschefin, ist von Anfang an mitgewandert. Ihrem Resümee, dass trotz des Regens von einem gelungenen Nachmittag gesprochen werden kann, können alle Teilnehmer an der Wanderung nur beipflichten.
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